Unglaublicher Basketballkrimi vor 1.227 Fans in der Paderborner Maspernhalle: Die bisher beste Heimsaisonleistung reichte den Gartenzaun24 Baskets nicht, um am 21. Spieltag der Barmer 2. Basketballbundesliga einen Überraschungssieg gegen die Römerstrom Gladiators Trier einzufahren. Das Team von Head Coach Steven Esterkamp unterlag nach bravourösem Kampf erst nach zweifacher Overtime unglücklich mit nur einem Punkt 93:94 (40:40 | 75:75 | 85:85) gegen den aktuellen Tabellenführer. Paderborn bot dabei gegen Trier über die gesamte Partie einen intensiven, attraktiven Schlagabtausch auf Augenhöhe mit dem hochgehandelten Aufstiegsfavoriten.
Komplette Team-Stats & Boxscore Gartenzaun24 Baskets Paderborn vs. Römerstrom Gladiators Trier
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Spielverlauf
Viertel 1 (21:19) | Viertel 2 (19:21)
In der Maspernhalle Paderborn entwickelte sich vom Tipp-Off an eine ausgeglichene Partie auf ansehnlichem, hohem Niveau. Die Baskets setzten auf ein schnelles Spiel mit temporeicher Offensive, aggressiver Defense und vielen Abschlüssen aus der Distanz. Trier hingegen fokussierte sich häufig auf das Inside-Spiel. Auffällig beim Tabellenführer: die ungewöhnlich häufigen Turnover. Die Wurfquoten fielen zunächst auf beiden Seiten eher verbesserungswürdig aus – zum Viertelende trafen die Baskets besser und lagen nach den ersten zehn Minuten mit 21:19 vorn.
Mit Beginn des zweiten Abschnitts legte Paderborn nach und baute den Vorsprung weiter aus, vor allem über erfolgreiche Abschlüsse aus der Distanz von Hutton Yenor. Lohn: eine 26:19-Führung nach 12 Spielminuten. Trier aber konterte in Person von Evans Rapieque: Innerhalb von nicht einmal zwei Minuten lief er vollkommen heiß und versenkte vier Dreierversuche erfolgreich in der Reuse der Gastgeber und brachte seine Farben mit 38:36 in Führung. Die Baskets ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken und hielten die Partie weiter ausgeglichen: Mit 40:40 ging es vor bereits zu diesem Zeitpunkt begeisterten 1.227 Fans zur Pause in die Kabine.
Viertel 3 (19:16) | Viertel 4 (16:19)
Nach dem Seitenwechsel erwischte Paderborn wiederum den besseren Start, traf hochprozentig über Lucas Mayer und Nico Marty-Decker aus der Distanz und führte schnell mit 48:42 (23.). Der Tabellenführer wusste jedoch zu kontern, verkürzte den Rückstand sukzessive und ging nach einem Vier-Punkte-Spiel des ehemaligen Paderborners Jordan Barnes erneut mit 56:54 in Führung (28.). Nun nahm die Partie noch weiter Fahrt auf: Die Baskets gaben die richtigen Antworten auf den Trierer Lauf, zwangen die Gäste zu weiteren Turnovern und lagen zum Viertelende wiederum selbst mit 59:56 vorn.
Im spannenden Schlussabschnitt setzte zunächst der an diesem Abend glänzend aufgelegte Lucas Mayer für Paderborn mit einem erfolgreichen Distanzwurf das erste Ausrufezeichen. Die Partie verlief immer intensiver, der kämpferische Einsatz beider Teams war sehenswert, Paderborn erarbeitete sich mit gutem Rebounding besonders unter dem Gästekorb einige zweite Chancen. Bei Trier spielte sich offensiv nun JJ Mann in den Vordergrund: Mit acht Punken sorgte er für den 64:64-Ausgleich – noch sechs Minuten auf der Uhr. Paderborn hatte bereits die Teamfoulgrenze erreicht, Trier profitierte davon mit einfachen Punkten von der Freiwurflinie. Dennoch schafften sie es nicht, davonzuziehen, Paderborn blieb mit bravourösem Einsatz im Spiel. Anderthalb Minuten vor Spielende hieß es 72:72 – Crunchtime at its best! Freiwurf Maik Zirbes, Jordan Barnes mit Korbleger aus der Mitteldistanz: Trier führte vierzig Sekunden vor der Schlusssirene mit 75:72. Wie konterte Paderborn? Mit viel Willen, nicht aufzugeben: Der neue Kapitän Lucas Mayer versenkte 21 Sekunden vor Schluss aus dem Dribbling einen Dreipunktewurf zum 75:75-Ausgleich, der finale Trierer Angriff fand den Weg nicht ins Ziel – Overtime!
Overtime 1 (10:10) | Overtime 2 (8:9)
In der Overtime wurde die ohne hin schon sehr intensive Partie noch emotionaler. Beide Teams trafen zunächst nicht, dann wurde es nach knapp zwei gespielten Minuten wild: Der Trierer Maik Zirbes musste nach einem „illegalen Block“ mit seinem fünften Foul das Parkett verlassen, die anschließende Rudelbildung sorgte für ein technisches Foul gegen Paderborns Lucas Mayer und gleich zwei „T’s“ gegen Triers Behnam Yakhchali, dem die Nerven durchgingen und der dadurch ebenfalls vorzeitig die Partie verlassen musste. Die Gastgeber nutzten diese Situation für die Führung, Zac Chappell erhöhte eine Minute vor Ende der Overtime via And-One auf 85:80. Und jetzt waren es die Trierer, die sich nicht aufgaben: Zwei Freiwürfe von Marko Bacak und wieder einmal JJ Mann, der mit einem Dreier im nächsten Angriff den 85:85-Ausgleich erzielte. Noch 24 Sekunden Restzeit: Paderborn hatte den Sieg nun in der Hand, vergab jedoch den finalen Wurf – es ging in die 2. Overtime!
In der zweiten Verlängerung machte sich immer die physische Belastung der Partie und der englischen Woche bemerkbar. Die Baskets warfen alles hinein, was sie noch an Energie zu bieten hatten, konnten ihre Angriffe zunächst aber nicht erfolgreich abschließen. Anders die Gladiators, die durch Barnes und Mann per Dreier eine Minute vor Ende der zweiten Overtime 92:87 in Führung gingen. Paderborn kam durch ein And-One von Chappell noch einmal auf 90:92 heran, die darauf folgende Ausgleichschance konnte Jubril Adekoya jedoch nicht verwerten. Bacak verwandelte anschließend zwei Freiwürfe für die Gäste, Lucas Mayer verkürzte aus der Distanz drei Sekunden vor Spielende noch einmal für Paderborn, kurz darauf beendete die Schlusssirene eine denkwürdige Nervenschlacht, die Trier denkbar knapp mit 94:93 für sich entscheiden konnte.
Für die Gartenzaun24 Baskets punkteten Topscorer Lucas Mayer (24), Lars Lagerpusch (16), Zac Chappell (16), Hutton Yenor (13) und Jake Biss (11) zweistellig. Trier hatte in JJ Mann (23), Jordan Barnes (19), Evans Rapieque (15), Maik Zirbes (12) und Behnam Dehkordi (10) seine stärksten Akteure.
Statements
Steven Esterkamp, Head Coach Paderborn: „Gratulation an Trier zum Sieg zunächst. Trier ist eine der besten Mannschaften der Liga, sie spielen sehr physisch, sehr aggressiv, mit einer starken Verteidigung. Ich könnte jetzt so viel sagen, aber unterm Strich ist mein Fazit: Die Spieler beider Teams haben heute alles gegeben und die Fans haben heute ein richtig gutes Basketballspiel gesehen. Diese Niederlage tut weh, und unser Problem aus den vergangenen Wochen bleibt: Wir spielen sehr gut und können es dann nicht zu einem erfolgreichen Ende bringen. Ich hoffe, dass meine Mannschaft einen Weg findet, dies in den nächsten Begegnungen erfolgreicher zu machen, denn wir brauchen jetzt Siege. Ich bin nach dieser Leistung heute Abend dennoch stolz auf mein Team!“
Don Beck, Head Coach Trier: „Es war das harte Spiel, das wir erwartet haben. Gratulation an Paderborns Head Coach Steven Esterkamp: Sein Team ist sehr gut gecoached und war richtig gut vorbereitet. Ich bin nicht überrascht darüber, wie gut sie heute Abend gegen uns performt haben, eine solche Leistung haben sie auch schon im Hinspiel gezeigt. Paderborn ist eines der besten Teams in unserer Liga im Hinblick darauf, was sie aus ihren Spielern und ihrer Organisation herausholen, und ihre aktuelle Saisonbilanz zeigt das leider nicht. Ich wünsche Steve und seinem Team deswegen alles Gute für die restlichen Partien. Mit unserem Spiel war ich insgesamt zufrieden. Wir waren nicht so effektiv wie zuletzt, vor allem im Shooting, haben aber trotzdem unseren offensiven und defensiven Plan umgesetzt. Letztlich sind wir sehr froh dieses Spiel gewonnen zu haben, auf das besonders zum Schluss auch die Schiedsrichter auf beiden Seiten sehr viel Einfluss genommen haben.“
Ausblick
Für die Gartenzaun24 Baskets Paderborn steht am kommenden Samstag, 10. Februar 2024, die nächste Auswärtspartie an: Um 19:30 Uhr gastieren sie beim VfL SparkassenStars Bochum. Die Heimpartie gegen Trier können sich alle Fans im kostenlosen Relive auf Sportdeutschland TV anschauen: https://sportdeutschland.tv/gartenzaun24-baskets-paderborn/proa-gartenzaun24-baskets-paderborn-vs-roemerstrom-gladiators-trier
Mittwoch, 7. Februar 2024 | 19:30 Uhr | BARMER 2. Basketball Bundesliga | Saison 2023/24 | 21. Spieltag | Gartenzaun24 Baskets Paderborn vs. Römerstrom Gladiators Trier – Statistik
Ergebnis: 93:94 (40:40 | 75:75 | 85:85)
Zuschauer: 1.227 in der Maspernhalle (Sportzentrum Maspernplatz)
