Das war ein ganz großer Kampf, den die Paderborn Baskets im Westfalenderby gegen Phoenix Hagen auf das Parkett der legendären heimischen „Maspernhölle“ gelegt haben: Zwar mussten sich die Domstädter am 21. Spieltag der ProA Barmer 2. Basketballbundesliga vor 1.866 Fans am Ende knapp mit 93:99 (43:53) geschlagen geben – gegen die momentan aber wohl beste Mannschaft der Liga präsentierte sich das Team von Head Coach Milos Stankovic aber bis in die Schlusssekunden in einer jederzeit hochspannenden, begeisternden und phasenweise hochklassigen Partie auf Augenhöhe. Mit überzeugender Dreierquote, hohem Einsatz, intensiver Defense und Offense machte Paderborn dem ebenso leidenschaftlich agierenden Favoriten 40 Minuten lang das Leben schwer. Phoenix sicherte sich den Sieg letztendlich mit einem Quäntchen mehr Cleverness in der Crunchtime. Die dichte Atmosphäre beim NRW-Derby trug ihr übriges zu einem elektrisierenden Basketballabend bei: Laut, heiß, begeisternd. Mit zwei Fanlagern, die auf den Rängen bis zur letzten Sekunde ebenso leidenschaftlich agierten wie beide Teams auf dem Parkett.
Freitag, 6. Februar 2026 – 19:30 Uhr – Pro A BARMER 2. Basketball Bundesliga – Saison 2025/26 – 21. Spieltag – Paderborn Baskets vs. Phoenix Hagen – Statistik
Boxscore + Team Stats: https://live.2basketballbundesliga.de/g/2003515?s=boxscore
Ergebnis: 93:99 (23:22 | 20:31 | 29:18 | 21:28)
Zuschauer: 1.866 in der Maspernhalle Paderborn
Spielverlauf
Viertel 1 | Viertel 2
Paderborn ging ohne seine beiden 2,05-Meter-Center Aaron Kayser (erkrankt) und Leonard Kröger (abwesend auf Next-Gen-Euroleague-Turnier) und so mit im Wortsinne verkleinerter Rotation in die Partie. Hagen hatte also Größenvorteile, Paderborn ließ sich davon aber nicht wirklich beeindrucken. Denn anders als noch im Hinspiel agierte das Team um Head Coach Milos Stankovic von Beginn an auf Augenhöhe, punktete vor allem erfolgreich aus der Distanz, stand gut in der Defense und erlaubte es dem Tabellenführer zu keinem Zeitpunkt des ersten Viertels, davonzuziehen, im Gegenteil: Mit 23:22 gingen die Baskets aus Viertel 1, bereit, diese Spannung aufrechtzuerhalten. Die Atmosphäre in der „Maspernhölle“? Schon zu diesem Zeitpunkt durch den leidenschaftlichen, lautstarken Support beider Fanlager legendär.
Das hohe Niveau aus dem ersten Abschnitt konnte Paderborn im anschließenden Viertel nicht ganz halten. Einige Unkonzentriertheiten und leichte Fehler der Baskets nutzte Phoenix mit der gewohnten Qualität im tiefen Kader geschickt und routiniert aus, baute über einen 9:0-Lauf seine Führung bis kurz vor Viertelende auf 53:38 aus. Die Baskets ließen aber nicht abreißen und kämpften sich bis zur Pausensirene wieder auf 43:53 heran. Beste News bis dahin: Bereits sieben versenkte Dreier auf Gastgeberseite – das machte Hoffnung auf mehr.
Viertel 3 | Viertel 4
Nach der Pause nahm das traditionsreiche NRW-Derby weiter Fahrt auf: Paderborn warf mit hoher Intensität alles in die Partie, was es defensiv und offensiv zu bieten hatte, punktetechnisch drehte in einem nun auf begeisterndem Niveau agierenden Kollektiv besonders Jonathan Klussmann auf. Hagen versuchte dagegen zu halten. Beide Teams schenkten sich nichts, die Fans beider Lager durften sich zwischen Minute 20 und 30 über diverse Highlights und echte Derbyspannung freuen. In Minute 25 schafften die Baskets den Ausgleich (57:57), die Partie verließ anschließend weiter ausgeglichen, Paderborn nahm vor dem Schlussabschnitt eine knappe 72:71-Führung mit in die kurze Pause. In diesem wohl besten Viertel der bisherigen Saison setzten sich die Gastgeber mit 29:18 gegen den hohen Favoriten durch. Durchatmen vor dem Showdown.
Im Schlussabschnitt setzte sich die Spannung fort: Die Führung wechselte mehrmals, kein Team konnte sich entscheidend absetzen. Bis zur 37. Spielminute bei Angriff Paderborn (83:88): Dann entschieden die Referees nach einem Rebound von Marcus Graves auf unsportliches Foul durch Paderborns Branden Maughmer an Graves, der selbst ein technisches Foul kassierte. Übersetzt hieß das: Ein Freiwurf für Paderborn, vier Freiwürfe für Hagen – die Graves allesamt verwandelte (84:92). Danach versuchten die Baskets in der Crunchtime unter anderem mit einer aggressiven Presse noch einmal alles, um heranzukommen. Hagen ließ sich die Führung aber mit seiner ganzen Routine nicht mehr nehmen und präsentierte sich in diesen finalen Momenten einfach abgezockter. Der harterkämpfte 99:93-Sieg des Ligaprimus ging in Ordnung, gefeiert wurden angesichts der tollen Leistung nach der Schlusssirene aber beide Teams.
Für die Baskets punkteten Topscorer Jonathan Klussmann (26), Branden Maughmer (13) und Jalen Johnson (10) am besten. Hagen hatte in Marinus N’Guessan (22), Devin Schmidt (19), Marcus Graves (16), Ryan Schwieger (10) und Tim Uhlemann (10) seine treffsichersten Akteure.
Statements zum Spiel
Milos Stankovic (Head Coach Paderborn Baskets): „Glückwunsch an Hagen zunächst einmal zum Sieg und vielen Dank an Chris für das Lob an unser Spiel. Ich bin nach dieser Performance dennoch stolz auf mein Team. Denn trotz der kleinen Rotation hat heute gegen das momentan beste Team der Liga nicht viel gefehlt. Die Spieler haben 40 Minuten lang als Team agiert, endlich mal wieder auch von außen stark getroffen und sich die allermeiste Zeit an unsere Gameplan gehalten. Mehr kann ich gegen einen solchen Gegner nicht verlangen.“
Chris Harris (Head Coach Phoenix Hagen): „Die Maspernhalle hat heute einmal wieder unter Beweis gestellt, warum es als Gast so schwer ist, hier zu spielen. Ich muss Paderborn zu einer wirklich starken Leistung gratulieren, während wir viele Phasen hatten, in denen wir zu unkonzentriert und ohne die nötige Physis agiert haben. Ein großes Dankeschön geht an unsere Fans, die zu einer großartigen Stimmung nicht nur beigetragen, sondern uns auch immer wieder entscheiden nach vorn getrieben haben.“
Ausblick
Die Paderborn Baskets bestreiten am Sonntag, 8. Februar 2026, ihr nächstes Auswärtsspiel: Um 15:00 Uhr gastieren die Ostwestfalen bei den Eisbären Bremerhaven. Die Partie gegen Hagen gibt es hier im Relive auf Sporteurope TV zu sehen: https://sporteurope.tv/paderborn-baskets/proa-paderborn-baskets-vs-phoenix-hagen

