Eine starke erste Halbzeit reicht nicht: Uni Baskets Paderborn verlieren mit 65:78 (50:32) beim VfL Kirchheim Knights

Diesen 7. Spieltag der Barmer 2. Basketballbundesliga werden die Fans der Uni Baskets Paderborn lange nicht vergessen. Das Team von Headcoach Steven Esterkamp präsentierte bei der 65:78 (50:32)-Niederlage in Kirchheim höchst anschaulich beide Seiten, die in ihm stecken: Zunächst eine unglaublich starke erste Halbzeit, in der alles passte – hoher Einsatz, starke Wurfquoten und effektive Defense, kombiniert in einem schnellen, intelligenten Spiel. Der Einsatz stimmte teilweise auch noch in der zweiten Halbzeit, dennoch drehte Kirchheim den Spieß komplett um. Vor 866 begeisterten Zuschauern legten die Knights eine unfassbare Aufholjagd auf das Parkett der Sporthalle Stadtmitte. Die Baskets ließen sich in einem kollektiven Blackout das Heft vollends aus der Hand nehmen: Nur 15 Punkte in zwanzig Spielminuten nach der Pause sprechen eine deutliche Sprache.

Fakten

  • Würfe: Kirchheim 23/63 (37%) – Baskets 24/57 (42%)
  • Dreier: Kirchheim 5/25 (20%) – Baskets 8/29 (28%)
  • Freiwürfe: Kirchheim 27/33 (82%) – Baskets 9/21 (43%)
  • Rebounds: Kirchheim 38 – Baskets 45
  • Assists: Kirchheim 16 – Baskets 16
  • Blocks: Kirchheim 2 – Baskets 1
  • Ballverluste: Kirchheim 10 – Baskets 18
  • Steals: Kirchheim 10 – Baskets 5

Viertel 1 (17:28) / Viertel 2 (15:22)
Von Beginn an machte Paderborn alles richtig: Die Baskets spielten schnell, agil und intelligent, mit druckvoller Defensive. Und mit treffsicherer Offensive: Im Gegensatz zur Partie gegen Trier fielen sofort die Würfe, auch aus der Distanz. Der Qualitätsunterschied zu den Hausherren, bei denen Kayne Henry (Mandelentzündung), Daniel Loh (Sprunggelenk) und Tim Koch (Covid-Erkrankung) fehlten, war mehr als deutlich. Paderborn zeigte Spielfluss und stellte die gehemmt wirkende Defensive der Knights vor große Probleme. Lohn für eine in allen Belangen glänzend aufgelegte Paderborner Mannschaft, die ihre bis dato beste Halbzeit der Saison zeigte: 18 Punkte Führung nach zwanzig Spielminuten (50:32). Dementsprechend Statistiken gab es zusätzlich: 100% bei den Zweipunktewürfen (8/8), 53% Dreierquote (8/15). Lediglich bei den Freiwürfen standen ausbaufähige 50% (8/16) zu Buche.

Viertel 3 (24:6) | Viertel 4 (22:9)
Mit Beginn der zweiten Hälfte schien der Baskets-Flow anzuhalten. Doch nach 1:30 Minuten begann die lange Leidenszeit für Paderborn: Alles, was in der ersten Hälfte noch beeindruckend funktioniert hatte, war urplötzlich wie weggeblasen. Kirchheim blies mit den Protagonisten Kilian Fischer, Aitor Pickett und Michael Flowers zur Aufholjagd – mit einer bis dahin ungeahnten Aggressivität in der Verteidigung, hoher Intensität, einem veränderten Spielstil und purem Einsatz- und Siegeswillen. Unterstützt durch ein begeistertes und beinahe ungläubiges Publikum fand eine Offensivaktion nach der anderen den Weg ins Netz. Paderborn hingegen traf so gut wie nichts mehr und hatte diesem Druck nichts mehr entgegenzusetzen. Flowers avancierte am Ende mit unglaublichen 38 Zählern zum Machtwinner für die Knights. Paderborn kämpfte um jeden einzelnen Punkt, konnte aber insgesamt nur 15 in der kompletten zweiten Hälfte erzielen. Verkehrte Welt und hängende Köpfe bei den Ostwestfalen, die immer nervöser wurden und einen Fehler nach dem anderen fabrizierten. Am Ende bejubelte Kirchheim mit seinem Anhang einen zur Pause nicht mehr für möglich gehaltenen 78:65-Heimsieg gegen die Uni Baskets Paderborn.

Ausblick
Die Uni Baskets haben in der anstehenden Länderspielpause knapp zwei Wochen Zeit, die beiden Niederlagen aus dem vergangenen Doppelspieltag zu analysieren. Die nächste Herausforderung wartet dann wieder vor eigenem Publikum am Samstag, 19. November 2022. Zu Gast in der heimischen Maspernhalle ist ab 19:30 Uhr niemand geringeres als der bisher ungeschlagene Tabellenführer und Aufstiegsfavorit Rasta Vechta. Die Partie in Kirchheim gibt es im kostenlosen Relive auf Sportdeutschland TV zu sehen: https://sportdeutschland.tv/vfl-kirchheim-knights/proa-vfl-kirchheim-knights-vs-uni-baskets-paderborn-0

Statements zum Spiel

Steven Esterkamp (Headcoach Uni Baskets Paderborn): „Glückwunsch an Kirchheim zu diesem am Ende auch verdienten Sieg. In der ersten Halbzeit haben wir super gespielt, mit schnellen Ball- und Spielerbewegungen, effektiver Defense und einer großartigen Trefferquote. Nur 15 Punkte in der 2. Halbzeit ist dann einfach nicht gut genug für diese Liga. Wir hatten viele freie Würfe, aber diese sehr schlecht verwandelt und deswegen kaum etwas getroffen. Natürlich hat Kirchheim in der zweiten Hälfte richtig gut verteidigt. Sie waren nach der Pause sehr, sehr aggressiv und das war ein großes Problem für uns. Wir werden in der kleinen Pause, die jetzt folgt, viel analysieren. Die jungen Spieler müssen lernen, wie sie in welcher Situation, ob bei hohem Vorsprung oder auch bei Rückstand, agieren sollten. Wir arbeiten viel und der Einsatz der Jungs stimmt ebenfalls – in Momenten wie heute in der gesamten zweiten Hälfte fehlt noch das Verständnis für das richtige Spiel und das Vertrauen in sich selbst.“

Igor Perovic (Headcoach Kirchheim Knights): „Dieser Sieg ist unglaublich wichtig für uns, gerade, nachdem wir kurz zuvor gegen Hagen unglücklich in der Overtime verloren haben. In der ersten Halbzeit war Paderborn unglaublich gut. Sie haben ihr Spiel sehr clever aufgezogen, wir dagegen waren ziemlich energielos. In der zweiten Hälfte war dann alles anders: Unsere Spieler haben überragend gespielt und auch die Unterstützung von den Rängen war sensationell.“

Sonntag, 6. November 2022 – 17:00 Uhr – BARMER 2. Basketball Bundesliga – Saison 2022/23 -7. Spieltag – VfL Kirchheim Knights vs. Uni Baskets Paderborn – Statistik

Ergebnis: 78:65 (17:28, 15:22, 24:6, 22:9)

Kompletter Boxscore: https://live.2basketballbundesliga.de/g/109024?s=boxscore

Zuschauer: 866 in der Sporthalle Stadtmitte

Foto: VfL Kirchheim Knights

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