Was für ein Nailbiter war das denn bitte, der sich da am 30. Spieltag der Barmer 2. Basketballbundesliga in der Magdeburger Werner-Lakenmacher-Halle abgespielt hat? Die Paderborn Baskets sicherten sich im Kampf um den Klassenerhalt beim direkten Tabellennachbarn SBB Baskets Wolmirstedt einen immens wichtigen 71:69 (36:35) Sieg – und das im allerletzten Moment per Buzzer Beater durch Jalen Johnson. Spielerische Leckerbissen bekamen die 1406 Fans dabei eher nicht zu sehen: Die Partie war angesichts des Siegesdrucks, der auf den Teams lastete, beidseitig stark geprägt von Hektik, Nervosität und vergleichsweise schwachen Wurfquoten – aber zugleich auch von hohem Einsatz, aufopferungsvoller Defense und dem Willen zum Kampf bis zur letzten Sekunde. Das für die Gäste bessere Ende war dann an Dramatik kaum zu überbieten. Paderborn vergrößerte mit diesem Sieg den Abstand auf die Abstiegsplätze wieder auf vier Punkte, bei noch vier ausstehenden Game Days.
Samstag, 4. April 2026 – 18:00 Uhr – Pro A BARMER 2. Basketball Bundesliga – Saison 2025/26 – 30. Spieltag – SBB Baskets Wolmirstedt vs. Paderborn Baskets – Statistik
Boxscore + Team Stats: https://live.2basketballbundesliga.de/g/2003593?s=boxscore
Ergebnis: 69:71 (11:20 | 24:16 | 16:21 | 18:14)
Zuschauer: 1406 in der Werner-Lakenmacher-Halle (Magdeburg)
Spielverlauf
Viertel 1 | Viertel 2
Paderborn startete mit dem nach überstandener Augenverletzung wiedergenesenen Aaron Kayser, Grant Teichmann, Branden Maughmer, Jonathan Klussmann und Kevin Osawe. Angesichts der Ausgangssituation im Abstiegskampf wurde schnell klar, wie viel für beide Teams auf dem Spiel stand: Von Beginn an entwickelte sich ein zäher, teils wilder Kampf mit viel Energie und Einsatz auf beiden Seiten – geprägt von gleichzeitiger hoher Nervosität und hektischen Aktionen, die vor allem bei Wolmirstedter zu diversen Turnovern führte. Paderborn kam punktetechnisch nach den ersten Punkten durch zwei Dreier von Teichmann und Klussmann sowie per Korbleger von Kayser besser in die Partie und führte schnell mit 8:2 und 10:5. Danach geriet die Gäste-Offensive ins Stottern, die Gastgeber kamen bis auf 9:10 heran, ehe sich das Momentum drehte und Paderborn nach einem 8:0-Lauf auf 18:9 davonzog. Bereits nach den ersten zehn Minuten und einem Zwischenstand von 20:11 für die Gäste war klar: Defense-Verhalten und Rebound-Arbeit stimmten an diesem Abend bei Paderborn, die Wurfquoten blieben wie auch bei Wolmirstedt bis zum Schluss vergleichsweise schwach.
Zu Beginn des zweiten Abschnitts häuften sich bei beiden Teams die Fehlversuche, ganze zwei Minuten wollte der Ball durch keine Reuse fallen. Wolmirstedt beendete als erstes mit einem Dreier die Punkteflaute und legte dann direkt mehrere erfolgreiche Distanzwürfe hinterher – plötzlich lagen die SBB Baskets mit 29:23 vorn. Paderborn traf in dieser Phase so gut wie nichts, ehe sie sich auf ihre Defensivqualitäten konzentrierten und sich Punkt um Punkt wieder herankämpften. Osawe stellte zur Halbzeit von der Freiwurflinie auf 36:35 für die Gäste. Lessons learned aus dieser ersten Hälfte: spielerische Höhepunkte = mau, Spannung = aber hallo!
Viertel 3 | Viertel 4
Wolmirstedt kam nach der Pause mit einem 10:2-Lauf über drei Minuten besser ins Spiel und eroberte sich so die Führung zurück (46:38). Grund genug für Paderborn, in der Defensive wieder anzuziehen und sich mit hohem Einsatz heranzukämpfen: Kevin Osawe besorgte zur Hälfte des dritten Viertels per Dreier den Ausgleich (47:47, 25.). Danach folgte wieder eine Phase, in der sich beide Teams gute Möglichkeiten erarbeiteten, aber einfach nichts trafen – ganze zweieinhalb Minuten lang. Eyassu Worku fand für Paderborn als erster mit einem verwandelten Distanzwurf seine Treffsicherheit wieder (47:50). Die letzten zweieinhalb Minuten des dritten Abschnitts sahen ein teilweise hochintensives Kampfspiel, jeder Punkt war hart erarbeitet. Mit 57:51 für die Gäste ging es in den Schlussabschnitt.
Paderborn schaffte es nun, die Führung weiter auszubauen: Nach anderthalb Spielminuten im finalen Viertel lagen die Ostwestfalen zehn Punkte vorn (53:63). Die Vorentscheidung? Nein, denn es wurde jetzt noch wilder mit einer pausenlos steigenden Spannungskurve: Wolmirstedt kämpfte sich mit lautstarker Unterstützung des eigenen Anhangs zurück, schaffte den Ausgleich und ging 80 Sekunden vor dem Ende sogar mit 69:67 in Führung. Paderborn antwortete mit Kevin Osawe: Sprungwurf, Ausgleich (69:69), noch 62 Sekunden auf der Uhr. Unglaublich spannende Crunchtime jetzt: Korbleger Wolmirstedt – verworfen, Dreier Paderborn – verworfen. Noch 23 Sekunden, Wolmirstedt im Angriff. Und ausgerechnet der erfahrene Playmaker der Hausherren, Martin Bogdanov, verliert fünf Sekunden vor dem Ende den Ball. Auszeit und Ballbesitz Paderborn. Wolmirstedt versucht, mit zwei schnellen taktischen Fouls die Gäste zu stoppen, um sich in die Overtime zu retten. Noch drei Sekunden auf der Uhr, Paderborn bleibt im Ballbesitz, spielt den letzten Angriff: Einwurf Grant Teichmann in der Hälfte der Gastgeber auf den kurz zuvor eingewechselten Jalen Johnson. Und dieser fasst sich ein Herz, geht ins Eins-gegen-eins gegen Wolmirstedts Michael Hughes und verwandelt per Buzzer Beater einen sauberen Sprungwurf zum 71:69-Sieg seines Teams. Riesenjubel bei den Paderborn Baskets und den rund 30 mitgereisten Fans, hängende Köpfe und niedergeschlagene Mienen bei den SBB Baskets und dem Heimpublikum. Ein echter „Dirty Win“ für die Gäste, die ungeachtet aller schwachen Phasen und Wurfquoten im Spiel nie aufgaben, weiter an sich glaubten, Kampfgeist und Siegeswillen zeigten und sich so den vielleicht wichtigsten Auswärtserfolg der Saison sicherten.
Für Paderborn punkteten Eyassu Worku (15), Kevin Osawe (14) und Jalen Johnson (12) zweistellig. Wolmirstedt hatte in Topscorer Daivien Williamson (16), De’Vondre Perry (15) und Martin Bogdanov (11) seine besten Akteure.
Statements zum Spiel
Milos Stankovic (Head Coach Paderborn Baskets): „„Wir haben heute kein gutes Spiel gemacht. Aber wir haben konzentriert verteidigt und nie den Glauben an uns verloren. Unsere Defensive hat funktioniert: Wir haben Wolmirstedt in eigener Halle lediglich 69 Punkte zugestanden. Das war die Basis unseres Sieges, neben unserem im Vergleich zum vorherigen Spieltag deutlich verbesserten Reboundverhalten. Bei aller Freude über diesen immens wichtigen Erfolg dürfen wir aber nicht vergessen: Es bleibt weiterhin eng im Tabellenkeller. Ich gehe davon aus, dass wir aus den letzten vier Saisonspielen noch mindestens einen Sieg brauchen.“
Ausblick
Die Paderborn Baskets bestreiten am kommenden Samstag, 11. April 2026, ihr nächstes Heimspiel: Um 19:30 Uhr empfangen die Ostwestfalen den Tabellenzweiten Hakro Merlins Crailsheim. Das Spiel in Wolmirstedt gibt es hier im Relive auf Sporteurope.TV zu sehen: https://sporteurope.tv/sbbbasketswolmirstedt/proa-sbb-baskets-vs-paderborn-baskets

