Fantastischer Basketballabend in Paderborn: Uni Baskets begeistern beim 86:80-Sieg gegen Favorit Rasta Vechta

Die Uni Baskets Paderborn lieferten am 8. Spieltag der Barmer 2. Basketballbundesliga ein echtes Basketballspektakel ab: Nach zwei Niederlagen in Folge rehabilitierte sich das Team von Headcoach Steven Esterkamp mit einer sowohl kämpferischen als auch spielerischen Glanzleistung beim verdienten 86:80 (41:51)-Erfolg gegen Rasta Vechta. Vor der bisherigen Saisonrekordkulisse von 1861 begeisterten Fans blieben die Baskets immer auf Augenhöhe mit dem bis dahin ungeschlagenen Aufstiegsfavoriten Vechta. Auch ein zwischenzeitlicher 14-Punkte-Rückstand konnte die Domstädter nicht aufhalten: Mit einem unwiderstehlichen, starken letzten Viertel drehten sie die Partie gegen die Niedersachsen, die durch die Niederlage den anvisierten Klubrekord von acht Siegen in Serie zum Saisonauftakt verpassten. In der Tabelle liegen die Baskets mit vier Siegen nun auf Rang 11 und damit wieder in Reichweite der begehrten Playoffplätze.

Fakten

  • Würfe:            Baskets 29/59 (49%) – Rasta 28/62 (45%)
  • Dreier:            Baskets 11/25 (44%) – Rasta 6/25 (24%)
  • Freiwürfe:      Baskets 17/26 (65%) – Rasta 18/22 (82%)
  • Rebounds:     Baskets 37 – Rasta 29
  • Assists:           Baskets 23 – Rasta 13
  • Blocks:            Baskets 7 – Rasta 2
  • Ballverluste:  Baskets 14 – Rasta 12
  • Steals:             Baskets 7 – Rasta 8

 

Viertel 1 (22:22)

Die Ausgangslage war klar: Gegen den ungeschlagenen, hohen Favoriten Rasta Vechta kann man ruhig mal verlieren verlieren. Wenn die Uni Baskets also Druck verspürten, dann nur den, den sie sich selbst machten. Nach dem vorherigen enttäuschenden Doppelspieltag wollten sie vor allem sich selbst und ihren Fans beweisen, dass sie mehr drauf haben und fähig sind, aus schlechten Phasen zu lernen.

Die Partie brauchte keine längere Anlaufphase: Beide Teams trafen bereits in den ersten Minuten hochprozentig, auch von außen. Vechta erarbeitete sich durch zusätzliche druckvolle Defense eine frühe 12:7-Führung. Paderborn aber bewies, dass es seine Lektion aus den vorherigen Begegnungen gelernt hatte: Sie blieben konzentriert und zeigten sich in der Reboundarbeit sogar überlegen: Drei von zwölf möglichen Rebounds im 1. Viertel landeten in den Händen der Baskets. Angetrieben von ihrem an diesem Tag glänzend aufgelegten Point Guard Buzz Anthony, der in diesem ersten Abschnitt allein 11 Punkte erzielte, hielten die Gastgeber die Partie offen – 22:22 nach den ersten zehn Minuten.

 

Viertel 2 (19:29)

Es folgte ein Traumstart der Baskets in das zweite Viertel: Dreier Jens Großmann, Dunk Jens Großmann, Korbleger Marten Linßen – alles in nur 48 Sekunden. Auszeit Vechta durch Headcoach Ty Harrelson. Die zeigte Wirkung: Rasta agierte in den folgenden Minuten wie verwandelt, mit aggressiver Defense, effektiver Reboundarbeit und ansehnlichen Spielzügen. Und sie trafen: Innerhalb von rund sechs Minuten legte Vechta einen 23:4-Lauf aufs Parkett und führte in der 18. Minute mit 45:33. Die Baskets hielten dennoch mit hohem Einsatz weiter dagegen, blieben in ihrem Spielsystem und schafften es so, die Gäste nicht allzu weit wegziehen zu lassen: 41:51 betrug der Paderborner Rückstand zur Pause.

 

Viertel 3 (19:17)

Nach der Pause wurde es spannend. Zunächst schien Rasta den Vorsprung ausbauen zu können: Mit 14 Punkten (55:41) führte der Favorit nach 21 Spielminuten. Gaben sich die Baskets jetzt auf? Im Gegenteil: Angetrieben von einer intensiven Atmosphäre verfielen sie nicht in alte Muster, sondern kämpften sich als Kollektiv mit ansehnlichem Teamplay und leidenschaftlichem Einsatz Punkt für Punkt heran. Rasta zeigte sich beeindruckt und verlor ein wenig den Faden, Paderborn gab keinen Ball verloren und traf. In der 28. Minute brachte ein Dreier von Fleming die Gastgeber auf 57:61 heran: Jetzt war richtig Feuer in der Partie – nicht nur auf dem Parkett, sondern auch auf den Rängen! Chip Flanigan, vergangene Saison noch in Diensten der Baskets, und Ryan Schwieger stoppten zwar in der letzten Viertelminute den Lauf der Baskets: Das Momentum aber lag jetzt eindeutig bei den Gastgebern, auch wenn Vechta noch mit einer 68:60-Führung in den Schlussabschnitt ging.

 

Viertel 4 (26:12)

Paderborn zeigte jetzt absoluten Siegeswillen und hielt den leidenschaftlichen Einsatz auf dem Parkett hoch, ergänzt durch eine ganze Reihe sehenswerter Aktionen. Bis zur 33. Minute hielt Vechta einen 75:68-Vorsprung, dann bahnte sich langsam, aber sicher der Favoritensturz an. Über aggressive Defense und konzentrierte Abschlüsse in der Zone und aus der Distanz schlossen die Baskets auf: 68:73, 72:75, 75:75 – viereinhalb Minuten vor dem Ende hatte Paderborn ausgeglichen. Zwei verwandelte Freiwürfe von Kapitän Lars Lagerpusch bescherten den Baskets die Führung (79:77), die sie nicht mehr abgeben sollten. Oshane Drews und wieder einmal Buzz Anthony legten in der Crunchtime vor den mittlerweile absolut begeisterten Fans nach: 83:78 bei noch 96 Sekunden Spielzeit. Vechtas finale verzweifelte Versuche fanden nicht den Weg in den Korb, Anthony und Drews sicherten Paderborn von der Freiwurflinie den verdienten, umjubelten 86:80-Heimsieg. Die Baskets hatten gegen den Ligaprimus im finalen Viertel nur 12 Punkte zugelassen und selbst 26 erzielt. Auch das eindeutige Übergewicht der Gastgeber insgesamt bei den Distanzwürfen (11/25=44% vs. 6/25=24%), die bessere Reboundarbeit (37 vs. 29) sowie die Überlegenheit bei den Assists (23 vs. 13) zeigten, dass der Sieg für Paderborn an diesem Abend absolut in Ordnung ging. Matchwinner der Partie: Paderborns Point Guard Buzz Anthony mit 25 Punkten. Auf Vechtaer Seite zeigte sich Andrew Jones mit 17 Punkten am treffsichersten.

Ausblick

Für die Uni Baskets steht am kommenden Samstag, 26. November 2022, die nächste Auswärtspartie auf dem Programm. Um 19:30 Uhr gastieren sie beim Aufsteiger WWU Baskets Münster. Die Partie gegen Rasta Vechta gibt es im kostenlosen Relive auf Sportdeutschland TV zu sehen: https://sportdeutschland.tv/uni-baskets-paderborn/proa-uni-baskets-paderborn-vs-rasta-vechta-0

 

Statements zum Spiel

 Steven Esterkamp (Headcoach Uni Baskets Paderborn): „Wir haben heute das gesamte Spiel über gekämpft und genau die Intensität auf das Parkett gelegt, die wir brauchen. Noch wichtiger: Wir sind 40 Minuten lang wie ein Team aufgetreten! Ich bin stolz auf die Jungs. Für sie alle ist das eine wichtige Erfahrung nach den vorherigen Rückschlägen: Mit unserem Spielstil sind wir in der Lage, auch die Topteams zu schlagen. Nämlich dann, wenn wir uns auf unsere Stärken besinnen, konsequent und fokussiert im System bleiben, unsere Spielzüge intelligent und konzentriert abschließen, aggressiv verteidigen und uns auch von immer mal wieder auftretenden schlechteren Phasen im Spiel nicht entmutigen lassen, sondern weiter an uns glauben. Genau das haben wir heute getan und genau das war der Schlüssel zum Sieg.“

Ty Harrelson (Head Coach Rasta Vechta): „Niederlagen sind immer enttäuschend. Aber ich bin mir sicher, dass wir aus unseren Fehlern lernen und in Zukunft besser sein werden. Zudem muss man Paderborn gratulieren, sie haben im 4. Viertel richtig gut gespielt. Wir hingegen haben uns sowohl in der Offense als auch in der Defense zu viele Aussetzer geleistet. In den Spielen zuvor war es uns zumeist gelungen, das Spiel über unsere Defense zu gewinnen. Da hätten wir heute besser agieren müssen. Und im 4. Viertel haben wir den Ball in der Offense nicht mehr so gut bewegt, wie wir es gemusst hätten, um zu punkten. Es ist klar, dass wir unseren Spielstil durchziehen müssen, wir uns nicht nur auf individuelle Qualität verlassen dürfen.“

 

Samstag, 19. November 2022 – 19:30 Uhr – BARMER 2. Basketball Bundesliga – Saison 2022/23 -8. Spieltag – Uni Baskets Paderborn vs. Rasta Vechta – Statistik 

Ergebnis: 86:80 (22:22 | 19:29 | 19:17 | 26:12)

Kompletter Boxscore: https://live.2basketballbundesliga.de/g/109030?s=boxscore

Zuschauer: 1861 in der Maspernhalle Paderborn

 

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